
So, 06.08.17:
Ich sagte zwar letzten Sonntag "Aller guten Dinge sind drei.", aber ein viertes Mal kann auch nicht schaden.
Die 'heutige Kirche' war die First Baptist Church of Los Angeles. Das Internet hatte Papa auf diese (irreführende) Spur geführt. Er hatte
einen 'Schwarzen Gottesdienst' erwartet, bei dem alle so richtig 'abfeiern' und mitmachen. Erhalten hatten wir zwar eine riesige Kirche, aber nur sehr wenige Gottesdienstbesucher,
die sich im riesigen Raum verloren.
Trotzdem hat eine gewisse Stimmung geherrscht, was wohl vor allem der Chorleiterin zu verdanken ist, die eine gute Sängerin ist. Sie leitete heute einen Männerchor, der aus 6
Männern bestand, wovon einige sogar solistisch singen konnten. Aber als Chor klangs eigentlich recht furchtbar. Neben Flügel, kam auch Kirchenorgel und Schlagzeug zum Einsatz.
Alles war elektronisch verstärkt und deshalb trotz kleiner Besetzung und großer Distanzen gut hörbar.
Interessant war der Ritus des Abendmahls: Die Helfer brachten Brotstücke und Miniatur-Becherchen mit Wein auf Tabletts zu den Gottesdienstbesuchern. Man stand nicht auf, sondern
wartete, bis alle bedient waren. Dann wurde zu den Einsetzungsworten zuerst das Brot gegessen, dann der Wein getrunken. Alles im Sitzen, in bequemen Posterstühlen übrigens. An der
Rückenlehne jedes zweiten Sitzes war ein Brettchen angebracht mit zwei Löchern, wo man dann das winzige Becherchen reinstellen konnte :-)
Wie mit Sicherheit bemerkt, ist jetzt gegen Ende die 'Blog-Verzögerung' ausgeartet. Das liegt u. a. daran, dass das Motel-Wifi zu schwach ist, um den Blog online zu schalten,
weswegen wir anderswo Internet suchen müssen. -Zum Beispiel bei Starbucks. - Das haben wir heute auch getan, sind aber zuerst nach El
Pueblo. Im mexikanischen Geschichtspark fand heute irgendein Fest statt, weswegen es ein ziemliches Gedränge war. Etwas zu Essen, ohne vorher ziemlich lange anstehen zu
müssen, fanden wir nur in Las Anitas, das (zu unserm Glück) einen leicht versteckten Eingang sein Eigen nennt. - Eingang hin oder her, das
Essen war super, aber es gab eben auch kein WLan. -
Nach dem Essen sind wir einem 'Laufzirkel' durch Downtown L.A. gefolgt und haben die verschiedenen Sehenswürdigkeiten der Reihe nach
abgehakt. So ging es an der Union Station vorbei, über die Los Angeles City Hall, zur
Vibiana (einer ehemaligen Kirche). Von dort aus passierten wir das Bradbury Building
(stadtältestes Gebäude) und überquerten den Broadway (mexikanische Haupteinkaufsstraße), um im Grand
Central Market zu landen. Dann stiegen wir die Stufen neben der Angels Flight - Es wird stolz behauptet, dass es die kürzeste
Tramlinie der Welt sei, was laut Führer aber schlicht und einfach nicht stimmen soll. Welche Bahn aber kürzer ist, wird nicht gesagt. - hinauf und landeten auf einem hübschen,
modernen Platz, der einen Starbucks im Angebot hatte.
Über eine Stunde später hatten wir den Blog von gestern erfolgreich hochgeladen und gingen nun zum Business District. Dies ist der
Distrikt, in dem so ziemlich alle Hochhäuser der Stadt stehen, darunter auch der US Bank Tower, der mit knappen 310 Metern das höchste
Gebäude der Stadt ist. Quasi als Gegenstück zum Willis Tower in Chicago, 'bestiegen' wir auch
diesen Wolkenkratzer. - Im Aufstieg inbegriffen war eine 'interaktive Ausstellung' bei der jedoch hauptsächlich verschieden Filme rund um L.A. gezeigt wurden. - Vom 70. oder 69.
Stock aus kann man in der Theorie einen Großteil von L.A. überblicken, da ja die meisten Gebäude eher flach sind. In der Praxis scheitert es jedoch am Dunst, bei dem nicht ganz
klar war, ob es jetzt Wolkenschleier vom Pazifik her oder Smog war. Ich tippe auf Smog. - Etwas Kinderkram ist ja der 'Skyslide', eine Außenrutschbahn vom 70. in der 69.
Stock.
Da es bereits nach Sechs war, passierten wir nach dem USB Tower zügig The Broad (ein Gratismuseum, hatte aber bereits geschloßen) und
verweilten etwas ausführlicher bei der Walt Disney Concert Hall. Die L.A. Opera und das
Ahmanson Theater passierten wir beinahe, ohne sie zu bemerken, hatten ja eh zu, Sommerferien sozusagen. Während wir einen Highway
überquerten sahen wir uns die Cathedral of Our Lady of the Angels von außen an und landeten zum Schluss doch noch in China Town. Das Chinesen-Viertel war zuerst relativ enttäuschend, da es augenscheinlich noch nicht einmal die typischen chinesischen Einkaufsläden
hatte. Wir stellten dann aber fest, dass es daran gelegen hatte, das wir einfach auf den 'falschen Straßen' waren, denn nur die Hauptstraße war so richtig
'chinesenmäßig'.
Im Schein des Vollmondes ging es abschließend zurück zum Motel.