
Di, 11.07.17:
Heute gab es zum Frühstück Waffeln mit Süssem obendrauf. Es war zwar
etwas seltsam, aber offenbar macht man das hier so, denn es gab nur noch süße Cornflakes zur Auswahl.
Nach dem Frühstück haben wir uns auf die Socken gemacht und sind erstmal in Richtung Lincoln Park marschiert. Dort haben wir uns zuerst
für den Gratis-Zoo interessiert, aber leider waren viele Tiere entweder ausquartiert, noch nicht wach oder publikumsscheu. Dennoch konnten wir einige exotische Arten sichten, wie
zum Beispiel Stockenten oder Spatzen. Nach dem Zoo haben wir uns noch den Rest des Parkes angeschaut und landeten dann im Chicago History
Museum. Wir informierten uns über die Stadt und ihre ungewöhnliche Geschichte so lange, bis es uns wieder zu den Ohren raus kam.
Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch.
Wenn der Mensch stirbt, wird er Geist.
Freier Tod des Geistes, freier Tod des Menschen.
Novalis (1772 - 1801), deutscher Lyriker
Anschliessend gab es zur Belohnung Mittagessen in Elly's Pancake House gleich um die Ecke.
Nach dem Mittagessen wanderten wir durch die Goldküste und landeten bereits ein erstes Mal in einer Kirche: The 4th Presbyterien Church.
Die Kirche sahen wir uns aber nur kurz an, da wir eigentlich ins gegenüberliegende John Hancock Center wollten, dem zweithöchsten Gebäude
der Stadt. Das haben wir dann auch besucht und uns Chicago ein erstes Mal von oben angesehen. - Wusstet ihr, dass es in Chicago auch einen Trump-Tower gibt? -
Chicago ist vor allem eines: unheimlich groß und symmetrisch.
Wir waren am Navy Pier und haben uns die Stadt sozusagen vom Michigansee her angesehen. Danach
machten wir uns auf den Weg zum Willis Tower, der 22 Jahre lang das höchste Gebäude der Welt war und nun nur noch das höchste Gebäude der
westlichen Hemisphäre ist. Unterwegs trafen wir auf eine seltsame 'Versammlung der gefüllten Kaffeetassen'. Es stellte sich dann heraus, dass die Idee hinter der Aktion ein
Mahnmal für das Massaker von Srebrenica ist. - Im Juli 1995 wurden über 8000 männliche Bosniaken von serbischen Militär- und
Polizeiangehörigen getötet. - Jedenfalls haben wir es trotz zahlreichen Verführungen doch noch geschafft, den Willis Tower zu erreichen.
Dort, auf 1'353 Fuss (412 Meter) Höhe, konnten wir die Stadt nochmals in der Dämmerung bewundern.
In schwüler Gewitterstimmung sind wir zum Abschluss noch 5,7 Kilometer zu unserem Hostel gewandert. Den ganzen Tag über sind wir wohl 25-30 km marschiert...