Tag 22

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Mo, 31.07.17:

Für einen Abstecher nach Nevada haben wir ein weiteres Mal die Mother Road 'hintergangen'. Unser heutiges Hauptziel war eine gewisse 1,7 Mio-Einwohner-Stadt, relativ nahe der Südgrenze des Staates. Jedoch lasst uns doch einfach von vorne beginnen.
Zum Frühstück gab es heute Brot, Wurst und Kaktusfeigen, während wir darauf gewartet haben, dass der gestrige Blog sich fertig hochlädt. - Vergebens. - Nachdem wir es aufgegeben hatten, packten wir die Koffer und zogen ab ins Route 66 Museum von Kingman, in welches ein weiteres Museum integriert ist:eines über Elektromobile. Im Prinzip war es einfach eine Fahrzeugsammlung, wobei mir nicht klar war, dass es Elektromobile bereits so lange gibt. Das Rt66-Museum widmet sich auch der Zeit vor Existenz der Straße, wie und weshalb man unterwegs war. Auf Museum 1.1 & 1.2 folgte das Bonelli-Haus, welches einer Familie mit schweizerischen Wurzeln gehörte. Heute kann man das Haus von innen mit der originalen Möblierung bewundern. - Schlecht gelebt haben sie allemal nicht! - Als Kingmans krönender Abschluss durfte das Mohave Museum of Arts & History herhalten. Was besonders bei diesem Museum heraussticht, ist seine 'Hall of Presidents'. In diesem Raum sind sämtliche Präsidenten und First Ladies als gemalte Portraits vertreten. - Alle, selbst die aktuellsten, mit Namen und Amtszeit. -
Über den Sitgreaves Pass sind wir nach Oatman gefahren. Die ehemalige Goldgräberstadt hieß ursprünglich anders, wurde jedoch zu Ehren von Olive Oatman, einer mit 14 Jahren von Indianern entführten und fünf Jahre lang als Sklavin gehaltenen Frau umbenannt. Oatman ist der Ort an welchem man sich am meisten in den Wilden Westen zurückgesetzt fühlt. - Von den Autos einmal abgesehen, welche die extrem ursprüngliche Szenerie zerstören. - Besonders reizvoll ist der Ort wohl für Eselliebhaber, denn die Nachkommen der Lastesel aus den bereits lange geschlossenen Goldminen, leben noch heute in und um Oatman. Gleich zu Beginn wurden wir in einen Revierkampf 'verwickelt'. - Man sollte sich immer im Vorhinein überlegen, wohin man ausweicht! -
Die Silver Creek Road entlang durch das Land der Minions erreichten wir 'ohne besondere Vorkommnisse' Bullhead City. - Eine richtig langweilige Stadt, dachten wir zuerst. Es hat dort alles, was man erwartet, aber das hat es anderswo auch. - Nach erneutem Volltanken - und Autoscheiben putzen! - ging es auf direktem Weg nach Nevada. Dafür muss man nur den Colorado River überqueren, der durch Bullhead fließt. So unspektakulär wie die Arizona-Seite von Bullhead ist, so spektakulär ist die Nevada-Seite. Ein paar riesige Hotels - eines sogar in Form eines Mississippi-Dampfers -  bringen ein Stück Las Vegas hierher. Am Flussufer herrscht Partylaune, und Wassersportler zerkratzen mit ihren Flitzern den Wasserspiegel. Palmen säumen die Ufer, dahinter lauert die Wüste.
Einen Abstecher im Abstecher wert war uns der Hoover Dam, welchen wir über Boulder City erreichten, ein sehr nobles und hübsches Städtchen übrigens. Nach seiner Fertigstellung 1935 war dieser Staudamm zehn Jahre lang der größte der Welt und Las Vegas innert kürzester Zeit von einem 8000-Seelen-Dorf (1940) zur Riesen-Metropole explodieren. Er staut den Colorado River auf und versorgt viele Millionen Menschen bis runter nach Los Angeles mit Wasser.
Vom Bautechnischen Wunder ging es dann unserem Tagesziel entgegen: der 'Stadt der Sünden'
Um Las Vegas NV in einem Satz zu beschreiben: Es ist verrückt. Wir haben nicht wirklich etwas gemacht, sind nur ein Stück auf dem sogenannten Strip gelaufen, da man hier am ersten Abend erst einmal die Angebote verdauen muss. Nur ein Beispiel: Wir logieren im Circus Circus Hotel. - Das Motto der Bettzahl-technisch gesehenen weltweiten Nummer dreizehn ist: Live is a Circus. - In das Hotel integriert sind ein riesiges Casino, eine (kleine) Shoppingmeile und ein Vergnügunspark mit 25 Bahnen. Indoor!
Auf unserem kleinen Spaziergang bei sehr warmen Temperaturen entdeckten wir ein koreanisches Restaurant, dem wir die meiste Zeit des Abends widmeten...