
Do, 20.07.17:
Unsere heutige Bilanz:
1 Tag,
2 Grenzen,
3 Staaten
Heute Morgen war Debby Dee, die 'richtige' Debby, an der Rezeption. - Gestern war die 'andere' Debby da. - Debby Dee ist die Frau, die alles weiß, was um und in Carthage existiert und 'läuft'. Auf ihre Empfehlung hin sind wir ins zwei Häuser entfernte Pancake Hut zum
Frühstück gegangen. Das Restaurant hat die besten Pancakes, die ich bislang hatte, und zudem auch noch (funktionierendes!) WiFi. - Bereits beim Essen konnten wir sagen, dass das
Frühstück für den ganzen Tag reichen würde. -
Anschließend ans Frühstück fuhren wir über die 'jumping bridge' - Das ist ein Spitzname, da man, wenn man mit genügend Tempo über die Brücke fährt, ein Stück weit springen kann.
Selbstverständlich haben wir es auch ausprobiert! - los in Richtung Joplin. - Diese unattraktive Industriestadt wurde 2011 im südlichen
Drittel von einem Tornado zerstört, jedoch hat man davon überhaupt nichts mehr gesehen. - Obwohl Joplin allgemein touristentechnisch als unattraktiv gilt, preist die
Joplin-Broschüre in einem dicken Heft viele Sehenswürdigkeiten an. Wir haben uns - außer der Stadt selbst - nur eine einzige Sache angesehen: die Low Water Bridge.
Nach der nicht ganz so spektaktulären Überquerung der Low Water Bridge, die so heißt, weil man sie bei Hochwasser nicht befahren könnte, hatten wir eine noch viel
unspektaktulärere erste Überquerung der Staatsgrenze von Missouri nach Kansans. - Wir haben es noch nicht einmal gemerkt. - Irgendwann in
Galena haben wir festgestellt, dass die 'Stadt der Cars-Autos' in Kansas ist und wir entsprechend die Grenze regelrecht verpasst hatten:
sie war auch nirgends gekennzeichnet.
Von der gesamten Route 66 liegen nur einmal gerade 19 km in Kansas. Entsprechend hatten wir auch bereits gut einen Drittel davon hinter uns, als wir überhaupt erst feststellten,
dass wir in Kansas sind. Ein kurzer Abstecher nach Süden führte uns zum Tri State Marker. Das ist im Prinzip nur ein Stein im Boden,
der den Ort markiert an dem die drei Staaten Missouri, Kansas & Oklahoma zusammentreffen.
- Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Staaten der USA überhaupt nicht an ihren internen Grenzen interessiert zu sein scheinen. Wenn überhaupt, dann markiert nur ein
normalgroßes, eher kleines Straßenschild am Wegesrand, dass man soeben den Staat gewechselt hat. Weil wir sehr aufpassten, haben wir jetzt auch EIN Schild entdeckt, denn um zum
Tristate Marker zu kommen, passiert man ein paarmal die Grenzlinie. -
Unser erster Halt im Staat Oklahoma war in Commerce. Das einzige, was dieser Ort zu bieten hat,
ist die Tatsache, dass der Baseball-Star Mickey Mantle dort geboren ist. Wenn man nicht Baseball-interessiert ist, ist dies aber auch eher
unbedeutend.
Mhma ist sozusagen die 'Hauptstadt' von neun Indianerstämmen. Sie haben hier ihre Hauptquartiere und betreiben fünf Casinos. - Mhma,
heutzutage geschreiben: Miami, wird [my-am-ah] ausgesprochen. - Außer einem Native-America-Bevölkerungsanteil von 15% hat Mhma vor allem das Coleman Theatre zu bieten. Das Theater wurde 1929 eröffnet und ist seither durchgehend in Betrieb. Vor über fünfzehn Jahren haben die Betreiber damit
begonnen, den Bau wieder in den Originalzustand zu versetzen, was ihnen auch hervorragend gelungen ist. - Sie haben 12 Jahre lang nach der originalen Kino-Orgel gesucht! Ihre Mühe
wurde belohnt. - Egal wie die persönliche Gesinnung bezüglich Film und Theaterkunst ist: Einen Besuch ist das Gebäude allemal wert. - Die Führung ist kostenlos; und wer sich damit
nicht locken lässt, den interessieren vielleicht die übernatürlichen Begebenheiten innerhalb des Gebäudes (die Geister der ursprünglichen Betreiber sind offenbar aktiv). -
Auf der Tour de Rt66 kann man Vinita getrost links liegen lassen und gleich weiter nach Chelsea fahren. Kurz vor dem kleinen Ort, gibt es ein kurzes Stück originale Rt66 mit einer alten, rostigen Brücke. Alternativ gibt es etwas weiter im
Süden den Galloway's Totem Pole Park, der jedoch nicht das ist, was wir erwartet hatten. Also keine Sammlung von Marterpfählen oder
bunten Holzstämmen, sondern aus einer Art Beton geformten Fantasie-Säulen-Gebilde mit (indianischen) Motiven
In Will Rogers (DER unschlagbare Cowboy-Lassotrick-Werfer, Komiker und Filmstar ) Heimatstadt Claremore gibt es im J.M.Davis Arms & Historical Museum die größte private Schusswaffensammlung der Welt -
20'000 Waffen & 1'200 deutsche Bierkrüge - zubestauenen. Jedenfalls, sofern man es nicht wie wir macht, und erst nach der Schließungszeit dort ankommt.
Unsere heutige Übernachtungs-Destination befindet sich in Tulsa. Der kleine Name gehört zur zweitgrößten Stadt in Oklahoma. Nach dem Einchecken ins Comfort Inn Midtown
sind wir ein wenig durch Tulsa's Zentrum gefahren. Unter anderem haben wir den Creek Council Oak Tree besucht. - Eine Zeremonienstätte an
welcher die Cheyenne den Überresten ihrer Kultur gedenken. - Unterwegs sahen wir noch die riesige Villa des Ölbarons Travis, der dem Tulsa
Historical Society Museum erlaubt, das Gebäude zu nutzen. Leider können wir dieses Museum nicht besuchen, da wir morgen über 250 Meilen auf dem Plan haben und die
Öffnungszeiten dazu schlicht und einfach zu spät sind.
Als Tagesabschluss waren wir - quasi als Ersatz für gestern - im Autokino ... und haben uns Despicable Me 3 angesehen. Jetzt wissen wir auch, zu was Pick-Ups eigentlich gut sind: man stellt das Auto umgekehrt hin, Matratzen oder Stühle drauf,
Picknick, Film...