
Do, 03.08.17:
Einmal abgesehen davon, dass wir erst gegen 12 Uhr losgezogen, sind, haben wir heute "nicht sehr viel gemacht", aber sehr viel erlebt.
Unser Tagesprojekt war der Joshua Tree National Park. Dieser gigantische Nationalpark - die einzige unterhaltene Straße quer hindurch ist
56 Meilen lang - beinhaltet Teile zweier Wüsten und ihrer Übergangszone. Die linke Hälfte des Parkes besteht aus der Mojave-Wüste, der
rechte Teil gehört zur Colorado-Wüste. Wir haben es bis dahin aber gar nicht geschafft. Im Schutzgebiet - von dem 80% als Wildnis, d.h.
ohne menschliche Einflüsse, gehandhabt wird - sollen mehrere hundert Arten von Pflanzen und Tieren zu finden sein. Darunter auch Säugetiere wie Känguru-Ratte, Wüstenfuchs und Co..
Die einzigen Säuger, die wir in dem supertollen und -schönen Park gesehen haben, waren allerdings graue Eichhörnchen, Streifenhörnchen und ein Hase.
Das besonders Tolle am Joshua Park ist nicht nur, dass man dort die einzigartigen Joshua Trees bewundern kann, - die Palmlilien sind keine Bäume, sondern relativ nah mit dem
Spargel verwandt, können jedoch locker 300 Jahre alt werden - sondern auch, dass man sich im gesamten Park frei bewegen darf. Das haben wir natürlich bei manchen der unzähligen
Kletterfelsen ausgenutzt.
Da es auf der Karte als einladende Abkürzung aussah, entschieden wir uns, zum Verlassen des Parkes eine Allradstrecke zu nehmen. - Es war nicht gelogen, dass die Strecke nicht
mehr unterhalten wird! - Der erste Teil war noch elegant befahrbar, da er eigentlich zu einer Loop-Strecke gehört. Nachdem man jedoch von diesem Rundkurs abgebogen ist, landet man
langsam aber sicher in einem Flussbett. Da denkt man sich: 'OK, ist ja noch ganz nett. Fahren wir mal weiter.' Das Flussbett ist aber bald das eines Canyons. Früher gab es wohl
mal eine befestigte Straße, die ist aber zu 95% zerstört und weggespült. Irgendwann kommt man dann zu einer Stelle, an der es dann definitiv zwei Leute benötigt: Einer, der fährt,
und einer, der dirigiert. Nach dieser Stelle denkt man sich: 'Gut, schlimmer wird's schon nicht mehr.' und fährt weiter. Spätestens nach der nächsten 'Schwelle' beginnt man zu
hoffen, dass es nicht mehr schlimmer wird, denn zurück konnten wir mit unserem Auto nicht mehr. - Zu kleine Reifen und zu wenig Bodenabstand. - Unser KIA ist jedoch ein sehr
tapferes Auto. Er hat sich erfolgreich durch alle Lücken gezwängt, und hat jeden Treppenschritt gemeistert. Zum Schluss kam das Beste. Es war bereits um Acht herum und so gut wie
dunkel (die Abkürzung hat sich als zeitlicxhe Vervielfachung entpupppt), da fuhren wir im inzwischen wieder ziemlich netten Flussbett entlang und bemerkten auf einmal, dass neben
uns eine geteerte Straße ist. - Das waren die Überreste der Straße, die nicht mehr unterhalten wird. - Wann immer möglich sind wir das letzte Stück auf dem gepfadeten Weg
gefahren, was jedoch sehr gefährlich hätte enden können, denn die hörte immer sehr unvorhersehbar auf.
Nachdem wir wieder auf 'zivilisiertem' Grund und Boden angekommen waren, machten wir uns schnurstracks auf nach Palm Springs. Dort
stellten wir fest, dass heute Village Fest war. - Entsprechend war die Hauptstraße als große Partymeile in einen Fußgängerbezirk
verwandelt worden. - Spontan bummelten wir als Tagesabschluss noch zwischen den Buden hindurch und trafen dabei auf zwei stylisch frisierte Pudel und einen stylisch gekleideten
'Lord of the Cello', der etwas Straßenmusik machte. Jedenfalls, nachdem wir am einen Ende des 'Festgeländes' angekommen waren, war es so gegen halb Zehn, und die meisten Stände
begannen bereits zu schließen! Amerikaner sind seltsam. Ein solches Fest fängt doch um diese Uhrzeit gerade erst an...