Tag 6 Salvea

Fr, 03.08.18:
IMG 8771

Zum Frühstück gab es heute Suppe, Nebel-Suppe, um genau zu sein. Dazu hatten wir den üblichen Porridge. Nach unserem Ab- bzw. Aufbruch schwammen wir ein wenig im Nebel herum, auf der Suche nach dem 2.Weltkrieg-Museum von
Reyðarfjörður. Wir fanden es auch, aber es hatte sich mit einem Großteil der isländischen Museen alliert und geschlossen. Das Fischereimuseum in Eskifjörður war Teil derselben Allianz (nun, sie hätten erst um 13:00 geöffnet).
Dem Nebel entfliehend ging es weiter nach Egilstaðir, ein modernes Örtchen mit 2.300 Einwohner. Dort trafen wir auf einen weiteren Vertreter der Geschlossene-Museen-Allianz, dem Ostisländischen Heimatmuseum. Dahingegen hatten jedoch die Kirche und das dazugehörende "Örtchen" geöffnet. Zuvor erkletterten wir jedoch mit ungeheurer Anstrengung den zwei Meter hohen Gálgaklettor, der einzigen Hinrichtungsstätte dieser Gegend aus früher Zeit. Dazu muss man aber sagen, dass es außer einer Sage keine historischen Belege für Hinrichtungen gibt. Die Erfahrung des Kárahnjúkar-Staudammes samt dazugehörigem 57 km2 großen See ließen wir aus Zeit-und Entfernungs-Gründen bleiben und wandten uns in Richtung Seyðisfjörður.
Unterwegs gab es neben mehreren Foto-Stopps noch zwei größere Halts. Beim Ersten wanderten wir durch viele 'Blaberris' (Heidelbeeren) zum Fardagafoss hoch (& wieder runter). Der Zweite war jedoch nur ein Zmittag-Stopp.
In Seyðisfjörður selbst bummelten wir erstmal durch die für isländische Verhältnisse gigantische Hafenstadt. Nice to know: Einzig hier an der Ostküste legen Fähren von Dänemark her an. Nach dem Besuch der Kirche ging es noch kurz in den Supermarkt, da wir irgendwo unterwegs einen Löffel abgegeben hatten. Hinterher gab es eine kurze Schüttelstrecke an der nördlichen Seite des Fjords entlang, bis zum Dvergasteinn. Einen kleinen Teil mussten wir jedoch durch (nasse) Wiesen laufen, da man nicht ganz bis zur "Zwergenkirche", die direkt am Meer liegt, fahren kann. Unten am Meer gab es den bereits gewohnten männlichen Stein-Flipper-Wettbewerb, der mit einem ungewollten, jedoch selbst verschuldeten, Bad von Ganvai endete.
Die letzten beiden Dinge in Seyðisfjörður waren zwei Kunstwerke. Zu den Tvísöngur musste man gut zehn Minuten lang einen recht steilen (& vor allem nassen!) Weg hochlaufen. Natürlicherweise mussten nasse Kids und Kaffee-kochende Mamis da im Goldie warten. Die Tvísöngur sind fünf ineinandergeschachtelte Beton-Kuppeln die eine Hommage an die isländische Volksmusik darstellen sollen. Jede Kuppel verstärkt ganz speziell bestimmte Töne und es lassen sich wunderbar An-Die-Wand-Flüster-Experimente durchführen. 
Im Gegensatz zu den Tvísöngur musste man zur namenlosen Telefonzellen-Skulptur nicht laufen, da sie direkt an der Straße steht. Die Skulptur erinnert an die erste Funknachricht, die vom Festland her Island erreicht hat und die überhaupt jemals in Island empfangen wurde. Nachdem diese Nachricht hier in diesem Ort empfangen wurde, soll es nur einen Monat gedauert haben, ehe Island über ein komplettes Funk-Netzwerk verfügte.
Nach Seyðisfjörður ging es weiter in Richtung Mývatn(-See), mit einem WI-FI-Campingplatz für Remea in Aussicht. Unterwegs gab es noch kleinere Zwischenstopps. Namentlich die historischen Schafställe der Hjarðarhagi (das Wohngebäude war dem Bau der Straße im Weg und wurde abgerissen), der Rjúkandafoss (foss ist isl. für "Wasserfall") und ein Stück der ehemaligen Ringstraße. Letztere behoppelten wir mehrere Kilometer im zweistelligen Bereich, ehe wir uns beim höchstgelegenen Gutshof Islands für die Nacht installierten. Zum Znacht gab es Hummersuppe mit Reis und dazu mehr oder weniger seltsame Pesto-Schnecken. Anschließend konnte man noch den Schneeregen von Goldie aus genießen...