Mo, 30.07.18:

Trotz gestriger Bedenken wegen den jeweiligen Bett-Situationen wachten heute alle wohl erhalten und auch halbwegs frisch um kurz nach 8 Uhr auf. Darauf folgte unser erstes
isländisches Frühstück, das aus übrig gebliebenem Porridge aus dem Camperverleih stammte. Dort mussten wir auch unsere erste Lektion über Island lernen: Das isländische Salz sieht
Zucker zum Verwechseln ähnlich...
Nach dem Abwasch ging es dann los auf unsere Rundfahrt um Island. Das Programm für heute: gut 300 km zuerst der Küste entlang und dann ins Landesinnere bis
Hvolsvöllur.
Unser erster Zwischenstopp fand bei einem verlassenen Fischerdorf
Selatangar statt. Das Dorf, das nur zu Fuss erreichbar ist, wurde um ca.
1850 aufgegeben und heute ist ausser schlecht sichtbaren Ruinen, die aus dem schwarzen Sand hervorragen, kaum noch etwas Nennenswertes aufzufinden. Anstelle des Vorgestellten
bietet sich jedoch ein wunderschöner Blick auf den, aus schwarzem Lavagestein bestehenden, Strand, aus dem hier und da zarte Blümchen herauswachsen.
Nach diesem recht windigen Morgenspaziergang ging es weiter der Küste entlang bis
Strandakirkja, was auf deutsch wahrscheinlich
"Strandkirche" heisst. Diese angeblich blassblaue, jedoch tatsächlich grapefruit-orange-lachsfarbene Kirche wurde der Sage nach im 19. Jahrhundert gebaut, als sich einige Seeleute
bei einem schweren Sturm an dieser Stelle ans Ufer retten konnten.
Ähnlich wie die glücklichen Seeleute vor 200 Jahren, konnten auch wir uns dort an Land ziehen... allerdings bestand unser rettendes Ufer aus einem Supermarkt, in dem wir uns erst
mal mit Essen und echtem Zucker eindeckten und auf dessen Parkplatz wir auch gleich zu Mittag assen.
Daraufhin tuckerten wir in unserem
Goldi weiter ins Landesinnere bis zum Kratersee
Kerio, der
eine Art Grundwasserspiegel-Barometer ist, da er keinen Abfluss besitzt und somit den gleichen Schwankungen wie das Grundwasser, das in diesem See aus der Erde tritt, unterworfen
ist. Eindrücklich hier war vor allem die rote Erde, aus der das umliegende Gebiet hauptsächlich besteht und eine alte Metallbank, die wohl mal jemand im See vergessen hat...
Weiter ging es spontan über eine holprige Landstrasse und eine Brücke, bei der genaueste Massarbeit gefragt war, weiter ins Landesinnere bis zum Wasserfall
Gulfoss. Dieser mächtige, zweistöckige Wasserfall wurde berühmt, als Engländer dort einen Stausee errichten wollten, eine Einwohnerin jedoch so
heftigen Widerstand leistete, dass das Projekt nie verwirklicht wurde.
Nach der Besichtigung des Wasserfalls, bei der wie gerufen die Sonne sich zum ersten Mal blicken liess, setzten wir unsere Reise fort, diesmal in die entgegengesetzte Richtung,
bis zu unserer letzten Tagesstation: den Geysiren.
Der eigentliche Geysir, ("
Geysa", isl. in heftige Bewegung bringen), der zu seinen Bestzeiten bis zu 70 m hohe Fontänen produzierte, ist
jedoch schon seit langem nicht mehr aktiv, dafür befindet sich nur wenige Meter neben ihm ein kleineres Exemplar der gleichen Sorte, das alle paar Minuten explodiert.
Abends um 9 Uhr erreichten wir unseren Campingplatz, auf dem wir nun die nächste Nacht verbringen werden, bevor wir morgen an die Südspitze bis
Vik weiterziehen werden.