Tag 11 Salvea
Mi,
08.08.18:

Funfact Island: Wer sich in den letzten Jahrhunderten
als reich betrachtete, der baute sein Haus aus Holz. Die Armen verwendeten Stein und Torf als Baumaterialien. In einem Großteil des restlichen Europas (wenn nicht im
gesamten) war es andersherum.
An unserem ersten richtigen Tag in Reykjavík bequemten wir uns kurz vor
der Buffet-Schließung zum Zmorge von unserem Zimmer Nr. Tvö (isl. Zwei) herunter. Dieser Morgen
wollte nicht so richtig in Schwung kommen, weswegen wir es erst auf den 11:30 Uhr Bus in Richtung Stadtzentrum schafften. Nachdem der Chaffeur uns netterweise in der Nähe unseres
gewünschten Zieles aus dem Bus "schmiss" (Mama hatte nur zu Beginn gefragt, wo man aussteigen müsste, wenn man da hin wollte, aber nicht den Halte-Knopf gedrückt), wurden wir ein
Stück weit durch Reykjavík geweht, ehe wir ins Gebäude der Harpa Concert Hall eintreten konnten. Dort wurden Tickets für eine Show am Freitag-Abend gekauft, ehe es mehr oder weniger direkt
weiter zum Reykjavík Maritime Museum ging. In den Hallen einer alten Fischfabrik konnte man sich mit Text & Bild, Audio & Video über die
Schiffahrt & Fischerei Islands aufgeklärt. Wenn man wollte, konnte man sich auch ausführlich mit den einzelnen heimischen Fischsorten auseinandersetzen, aber das war dann doch
zuviel des Guten.
Mit einem ungeplanten Zwischenstopp im Aurora Reykjavík ging es mit kurzer Windpause in einer recht frei stehenden kath. Kirche weiter zum
Landnámssýningin (isl. Besiedlungs-Museum). Rund um die Überreste eines Langhauses der Vikinger kann man sich hier ausführlichstens über
die Besiedlung Islands informieren. Vom Fakt, dass der Polarfuchs das einzige Landsäugetier Islands war, das vor den Menschen hier lebte, über den Hausbau der Vikinger, bis zu
einer historisch-genetischen Analyse der gesamten isländischen Bevölkerung kann man hier alles erfahren.
Eine gewisse Familie jagte mich jedoch aus dem Museum, als ich gerade mal zur Hälfte durch war, und schleifte mich in ein Fotomuseum. Die Aðalstræti 10 ist das älteste Gebäude Reykjavíks und
zeigt mittels ein paar Collagen, wie das Leben um 1918 herum in der Hauptstadt aussah. Insbesondere der traditionelle Torfhausbau wird hier thematisiert, da dieser inziwschen
nahezu vollständig verschwunden ist. Tatsächlich gibt es in der Hauptstadt nur ein Haus, das sich noch als ein Torfhaus bezeichnen darf, und selbst dieses hat nur eine einzige
Torfwand.
Nach ein wenig Irren und Wirren durch die Straßen erreichten wir die City Hall, die nicht nur als große Touristen-Information fungiert,
sondern auch mit einem gigantischen 3D-Modell der gesamten Insel aufwarten kann.
Anschließend ging es quer durch die Stadt den Hügel hinauf zur Hallgrímskirkja (Hallgríms Kirche), der größten Kirche des Landes. Das
große freistehende Bauwerk erinnert in seiner äußeren Form ein wenig an einen Seehund und beherbergt in seinem Innern eine Klais-Orgel von beachtlicher Größe. Ein Besuch des
Turmes, der das Gotteshaus zum zweithöchsten Bauobjekt der Republik macht, durfte natürlich nicht fehlen.
Immer die Augen nach einem Supermarkt offen haltend, begaben wir uns die andere Seite des Hügels hinunter und erreichten glücklich den Busbahnhof. Halbstündliche Wartezeit
inklusive nahmen wir unseren Bus Nr. 14 zurück zu unserem Hi Hotel Reykjavík. Dort hieß es nur noch Essen und den Rest des Abends entweder
vergammeln oder verschlafen.