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10.08.18:
Gestern Morgen sind wir zuerst von unserem Hostel aus zu der Fähre nach Vi
ðey gelaufen. Vi
ðey ist eine Insel neben Islands Hauptstadt
Reykjavik. Also: Wir sind mit der Fähre (die ein mittleres Motorboot war) nach Vi
ðey gefahren, wo es hauptsächlich Natur zu sehen gibt. Vi
ðey (1,6 km2) war mal ein Bauernhof, einer der besten in ganz Island und eine Stockfischfabrik gewesen. Letztere wurde nach ihrem Boom Anfang des 20. Jahrhunderts an
einen «Grossen» verkauft und in der Folge geschlossen. Dies bedeutete das Ende des 130 Personen umfassenden Dorfes auf Vi
ðey. Ganz früher gab es hier ein
Kloster (mit dem ersten gemauerten Haus von Island), das aber im Zuge der Reformation geschlossen wurde. Auf Vi
ðey haben wir die «Rundum» Wandertour
gemacht, die in etwa 3 Stunden um ganz Vi
ðey herum führen soll. Irgendwann auf der ersten Hälfte haben wir den Weg verloren und dafür zwei Robben beim
Sünnele gefunden. Eine (junge) Möwe ist auf meinem Arm gelandet, vermutlich weil ich wahrscheinlich auf ihrem Felsen sass. Etwa in der Hälfte der Strecke haben sich Papa und
Salvea von uns verabschiedet und haben einen Trampelpfad an der Küste genommen, während Remea, Mama und ich den Inlandpfad genommen haben. In der Vermutung, dass Papa und Salvea
in der Mitte der Insel wieder zu uns stossen werden, haben wir dort fast eine Stunde gewartet, nur um dann festzustellen, dass Papa und Salvea inzwischen die gesamte Insel
umrundet und ihrem geheimen Hobby als Müllsammler gefrönt haben. Dann haben Mama, Remea und ich noch die Kurzrunde des zweiten Teils (wo es im ehemaligen Schulhaus eine
Ausstellung gibt) gemacht, während Salvea und Papa im wenigstens windgeschützten Partyraum der Insel auf uns gewartet haben.
Mitte Nachmittag sind wir mit dem Böötchen wieder zurück nach Reykjavik gefahren und der Strandpromenade entlang bis zum Kultur- und Kongresszentrum von Reykjavik, Harpa genannt,
zu laufen. Auf dem Weg dorthin sind zudem noch das Filmset des isländischen Films «Raven flies» (Flug des Raben) gestossen. Dieses ist tatsächlich sehr schrottig und schon fast
wieder stylisch. Der Film stammt aus den 80ern und soll ein Mittelding zwischen einem Wikingerfilm und einem Western sein. Im alten Hafen angekommen, sind wir als Ferienabschluss
in ein Fischrestaurant gegangen. Danach haben wir die Strasse überquert und sind in das gegenüberliegende haitianische Kaffeehaus gegangen, um uns noch einen Kuchen reinzudrücken
bzw. den angeblich besten Kaffee Islands zu probieren. Für den Abend hatten wir bereits vor drei Tagen Karten für die Comedyshow «Islandic Sagas» gekauft: Zwei Schauspieler
flitzen in 75 Minuten durch die isländischen Sagen. Das war nicht nur urkomisch sondern hat tatsächlich einen Eindruck in die Sagenwelt gegeben.
Das wars dann mit dem spannenden Teil von heute. Spät abends haben wir noch fertig gepackt, ein wenig gesurft, und ich hab natürlich - brav wie ich bin - noch ein wenig
Trompetentechnik geübt.