Tag 10 Salvea

6. August 2019
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Heute haben wir uns ausführlich mit dem Erzengel Michael auseinandergesetzt, dem Anführer der himmlischen Heerscharen. Konkret heißt das, wir haben am Morgen in Avranches das Scriptorial besucht. Dort kann man sich ausgiebig über Le Mont-Saint-Michel und dessen historische Klosterbibliothek informieren, How-to-do-Filmchen über traditionellen Buchdruck, Buchbinderei, Kalligraphie, etc. inklusive. Theoretisch könnte man im Museum auch alte Originale studieren, da aber um Eins Mittagspause war, wurden wir gebeten, das Museum möglichst rasch zu verlassen.
Am Nachmittag fuhren wir dann zum Mont-Saint-Michel selbst, der ein paar Kilometer weiter westlich von Avranches liegt. Auf dem Weg dorthin stießen wir unverhofft auf einen deutschen Soldatenfriedhof. Zum ersten Mal in diesen Ferien konnten wir über den Débarquement aus deutscher Sicht lesen. Bemerkenswert ist auch, dass wir den Friedhof ganz ohne "Flughafenkontrolle" betreten konnten - im Gegensatz zum Amerikanischen.
Da wir erst relativ spät beim Mont-Saint-Michel ankamen, so gegen Vier, hatten wir das Vergnügen, ganz ohne Stau einen Parkplatz zu erhalten. Vom Parkplatz aus machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Kloster- und Festungsinsel, welche durch ihre Standhaftigkeit im 100-jährigen Krieg zum Inbegriff französischer Identität wurde. Beliebt sind nicht nur die Inselbesichtigung an sich, sondern auch die Wattwanderungen zur und von der Insel und um eine Nachbarinsel herum. Spaziergänge durch dieses Watt sollte man wegen Treibsand nicht ohne Führer machen. Zu Dritt (Ganvai, Papa und ich) haben wir es auf dem Rückweg aber auch ohne Führer überlebt.
Anmerkung: Weil ein Autodamm zu Le-Mont-Saint-Michel gebaut worden war, konnte das Wasser nicht mehr zirkulieren und die Insel drohte aufgrund der Sedimente des Flüssleins Le Couesnon zu verlanden. Inzwischen wurde ein Großteil des Dammes entfernt und der Zugang auf Stelzen gestellt. Der Fluss wird zurückgestaut und jeweils 6 Stunden nach Tidehochwasser geflutet, sodass die Sedimente um die Insel herum weitergespült werden. Als wir auf unserem Rückweg den Fluss überqueren wollten, war gerade ein solche Flutung im Gange. Da mussten wir uns eine Stelle suchen, die wir gefahrlos schaffen konnten. Ganvai hat sie gefunden, ist aber vor Schreck ausgerutscht und wurde ziemlich nass.