5. August 2019
In Frankreich gibt es oft in den Campingplätzen eine Light-Variante für Camper, wo diese zwar alle Annehmlichkeiten (wie Strom, Dusche, Klo und Geschirrspüle) vom
Campingplatz nutzen können, aber relativ eng auf einem Parkplatz stehen. Das ist aber soweit ganz prima, da wir ja nicht ums Wohnmobil herum sünnele, sondern nur darin
schlafen, essen und drau
ßen unsere Duschtücher trocknen wollen. Letzteres ging aber diese Nacht schief, weil es so feucht
war, dass die Tücher morgens mindestens so feucht wie am Abend zuvor waren und sich zudem britisches Wetter abzeichnete: Nieselregen... Da wir am Vortag länger in dem hübschen
Küstenort geblieben waren, verzichteten wir auf den Schlenker nach Cherbourg, was angesichts des Wetters vermutlich auch keine Katastrophe war. So fuhren wir denn auf dem fast
direkten Weg (ein Stopp im Supermarkt zur Ergänzung der lebenswichtigen Vorräte à la Tag 06 musste sein) nach Granville. Unterwegs war noch ein Kirchenbesichtigungsstopp in
Coutances, der früheren heimlichen Hauptstadt der Halbinsel Cotentin, eingeplant. Die gotische Kirche
Notre Dame war im Krieg fast
unversehrt geblieben und könnte auch samt Turmbesteigung ausführlich besichtigt werden - scheint auch ein ziemlicher Run zu sein, denn alle Touren vom heutigen Tag waren bereits
ausgebucht. So überredeten wir uns selber, noch eine Extraschleife im Botanischen Garten zu drehen - in Anbetracht des Wetters nicht unbedingt naheliegend. Es hat sich aber
gelohnt: Neben hübschen Blumenfiguren sind dort Sprichwörter mittels Blumenbildern nachgebildet.
Das eigentliche Ziel des Tages war aber Granville: Monaco des Nordens, Ort mit 14m Tidenhub, Geburtsort von Christian Dior. Also stellten wir uns brav eine Stunde lang in die
Schlange derjenigen, die sein Geburtshaus besuchen wollten: Vielleicht erfährt man ja etwas Interessantes über seinen Werdegang, sein Leben? Fehlanzeige! Nichts, absolut nichts
davon... Ausschlie
ßlich eine Ansammlung der Gewänder, die das Hause Dior für Grace Kelly, der späteren Fürstin von Monaco
gefertigt hat. Wir trösteten uns mit drei Tüten Churros, die hier ChiChi hei
ßen und machten einen ausführlichen Rundgang
durch die Stadt und den Hafen.
Danach ergab die familiäre Abstimmung, dass wir unseren Wohnmobilstandplatz opfern und nach Avranches weiterfahren wollten, in der Hoffnung, dort etwas Vergleichbares zu finden.
Damit bin ich wieder am Anfang meines Berichts angelangt: Wohnmobile scheinen im Gro
ßen und Ganzen sehr willkommen zu sein,
werden aber in touristischen Hotspots möglichst irgendwo auf einem grö
ßeren ebenen Parkplatz mit Wasser und Müllsammlung
versammelt, so dass auf allen anderen Parkplätzen oft Parkverbot für Camper herrscht. Dafür darf man dann gleich über Nacht dort stehen und kosten tun sie oft nichts oder nur
wenig...